Tipps & Tricks: Vogelfutter unter der Lupe

Tipps & Tricks: Vogelfutter unter der LupeStimmt es, das Vogelfutter nicht hilft? Ist die gut gemeinte Geste in Wahrheit schlecht? Profitieren nur Tauben und Ratten wirklich davon? All diese Vorwürfe existieren – nicht von irgendwem befeuert, sondern von angesehenen Naturschutzvereinen. Doch man kann es auch von einer anderen Seite betrachten.

An erster Stelle steht die Frage wann man denn nun am Besten damit anfängt. Im Herbst, doch erst bei -5°C, oder ganzjährig?

Peter Bertold, ein bekannter deutscher Ornithologe, ist von Letzterem überzeugt. Denn nur im Winter füttern sei in etwa so, als wenn ein Wirt 5 vor 12 sein Mittagsangebot bewirbt. Im Winter brauchen die Tiere sehr viel mehr Energie, um Ihre Körpertemperatur konstant auf einer Temperatur von 37-40°C zu halten und allein von natürlichen Nahrungsangebot sei dieser Bedarf nicht zu decken.

Und auch in den restlichen drei Jahreszeiten sind Vögel auf zusätzliche Angebote angewiesen, denn die moderne Landwirtschaft und ein Rückgang der Insektenpopulation sorgen für ein Vielfaches weniger auf der Speisekarte.

 

Eine Wissenschaft für sich – Vogelfutter Do‘s and Don´ts

Allgemein gibt es sehr viel, was es zu beachten gilt, vor allem aber auch zahlreiche unterschiedliche Meinungen zu diesem Thema. Wenn man sich dazu entschließt, den Vögeln ein zusätzliches Nahrungsangebot bereit zu stellen, fängt die Planung beim Futterhaus an.

An einem freistehenden Plätzchen sollte es aufgestellt sein, damit seine Besucher ausreichend Übersicht auf etwaige herannahende Feinde haben. In angemessener Höhe natürlich und am besten mit Überdachung, damit alles trocken bleibt. Heutzutage gibt es in diesem Gebiet die verschiedensten Variationen, aber beim Selbstbauen spielt der Spaß auch eine wichtige Rolle.

Ist die Futterstatt fertig und platziert, stellt sich die Frage nach dem richtigen Vogelfutter. Da gibt es viele Dinge auf die man beim Kauf achten sollte, so zum Beispiel die Qualität, die Kalorien, der Fettanteil, die richtige Zertifizierung und so weiter.

Bleibt nach dem Festmahl ein erheblicher Anteil an Vogelfutter ungenießbar zurück, liegt das meist an der Qualität, denn einige Hersteller mischen das Essbare mit Füllmitteln. Natürlich kann man Vogelfutter auch selbst herstellen, dann sollte man allerdings beachten, nur unbehandelte Samen und Beeren zu verwenden.

Äpfel nur im ganzen Stück, denn gefrorene Apfelteile eignen sich nicht zum Verfüttern.

 

Dank Vogelfutter Biologieunterricht im eigenen Garten

Dank Vogelfutter Biologieunterricht im eigenen Garten

Wenn man alles richtig und überlegt angeht, so kann man bis zu 1000 Individuen aus teilweise 70 verschiedenen Arten in seinem Garten bewundern, dafür sei jedoch laut Peter Bertold eine ganzjährige Gewöhnung an den Futterplatz nötig.

Das hat noch mehr Vorteile, behauptet der Wissenschaftler, beispielsweise würden sich mehr Vögel in der Nähe ansiedeln, die dann auch bessere Fortpflanzungsergebnisse präsentierten.

So vielfältig die Vogelarten, so vielfältig auch das Vogelfutter, natürlich ist Ausprobieren erlaubt und umso besser man sich auf seine Gäste spezialisiert, desto mehr kommen auch zu Besuch. Vorteile hat das allemal, für die gefiederten Piepmätze und auch für den Menschen.

Mücken kennt man im eigenen Garten so gut wie gar nicht mehr und auch Schädlinge im Gemüsebeet sind rarer. Und wer hat nicht gern eine bunte, fröhliche und ausgelassene Vogelvielfalt in seinem Garten, anschaulicher geht Biologieunterricht wohl kaum.